Die südafrikanische Frischwarenindustrie versucht, die Auswirkungen der am 2. April von Präsident Donald Trump angekündigten 30-%igen Zollerhöhung auf alle südafrikanischen Einfuhren in die USA zu verstehen. Die Frage ist, ob der neue Zoll die Vorteile aufhebt, die das Land im Rahmen des AGOA-Gesetzes genießt, oder ob die unter AGOA fallenden Produkte eine gewisse Atempause erhalten.
Die Citrusindustrie, der wichtigste Sektor für den Export von Frischprodukten in die USA, erklärte, dass sie Klarheit darüber suche, was der Zoll für die Industrie bedeuten würde. Südafrika exportiert jährlich rund 100.000 t Citrusfrüchte in die USA, und in letzter Zeit haben auch die Exporteure von Steinfrüchten und Trauben ihre Lieferungen erhöht.
Die Citrus Growers’ Association (CGA) hat bereits früher erklärt, dass ein Ausschluss im Rahmen des AGOA verheerende Folgen für die Schaffung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Regionen des Landes hätte. Die Einführung eines 30-%igen Zolls zur Aufhebung des AGOA wird als großer Rückschlag angesehen, der Exporte in die USA unwirtschaftlich machen würde.
Es wird erwartet, dass die südafrikanischen Obstproduzenten zu einem späteren Zeitpunkt reagieren werden, wenn sie vollständige Informationen über die Auswirkungen der Trump-Ankündigung haben.
Der Frischwarensektor ist nicht der einzige in Südafrika, der davon betroffen ist, auch die südafrikanische Weinbranche ist in Alarmbereitschaft. Der Export von Kraftfahrzeugen, die in Südafrika speziell für den US-Markt zusammengebaut und hergestellt werden, ist ebenfalls problematisch.
Die Zollfrage stellt sich auch zu einer Zeit, in der die südafrikanische Regierung der nationalen Einheit (GNU) ernsthaft bedroht ist.
Der jüngste Rückschlag ist eine Spaltung der GNU in der Frage der Verabschiedung des Staatshaushalts, die vom ANC und einer kleineren Partei unterstützt wird.