Um der Krankheit vorzubeugen, kann bei der Verbreitung des rund vier Millimeter großen blattsaugenden Citrusblattflohs, der die Krankheit überträgt, angesetzt werden. Dies geschieht z.B. durch die Förderung der Biodiversität. Mehrjährige Feldversuche unter der Leitung des FiBL an verschiedenen Standorten in Mexiko zeigten, dass im biologischen Anbau viel weniger Zitrusblattflöhe auftreten als im konventionellen.
In einer biologisch bewirtschafteten Orangen-Plantage zählte das Forschungsteam pro Jahr und Hektar bei starkem Befall durchschnittlich 574 Blattflöhe, während es in der konventionellen Vergleichsanlage 4.232 waren. 'Das Resultat zeigt deutlich, was schon der Verzicht auf Herbizide und Insektizide im Bio-Anbau bringt', sagt FiBL-Projektleiter Salvador Garibay. 'Die artenreiche Begleitflora zwischen den Baumreihen bietet Nützlingen nicht zuletzt dank vielfältigen Strukturen einen Lebensraum. Diese halten den Citrusblattfloh in Schach.'
Als Resultat aus dieser Beobachtung wurden die Fahrgassen zwischen den Baumreihen alternierend statt komplett gemäht, damit die Nützlinge dauerhaft in der Citrusanlage überleben können. Den Blattflöhen soll in Phasen starker Vermehrung zudem mit biologischer Schädlingsbekämpfung zu Leibe gerückt werden: Dazu untersuchen die Forscher u.a. den Einsatz eines Pilzes und einer Florfliege (Chrysopidae), welche die Blattflöhe dezimieren können. Ergänzend testen sie Pflanzenkohle (Biochar), Dünger- und Pflanzenstärkungsmittel, um die natürliche Widerstandskraft der Bäume gegen Insekten und Bakterien zu unterstützen.
'Die Resultate dieses Projekts könnten auch für die Orangen-Produktion in Europa nützlich sein', erklärt Garibay weiter. HLB wurde hier zwar noch nicht festgestellt, der Zitrusblattfloh jedoch bereits gesichtet.