Die diesjährige Gremientagung der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse (BVEO), die vom 23. bis 25. März in Konstanz stattfand, stand ganz im Zeichen eines unverändert herausfordernden Markt- und Politikumfeldes in Deutschland. Die Blicke der Branche waren und sind dabei vor allem nach Berlin und in Richtung der neuen Bundesregierung sowie nach Brüssel gerichtet.
BVEO-Geschäftsführer Dr. Christian Weseloh verdeutlichte am Bodensee: „Nicht nur die Sonderkulturbranche, die gesamte deutsche Wirtschaft setzt auf eine schnell handlungsfähige Bundesregierung. Für die heimische Produktion von Obst, Gemüse und Pilzen braucht es zügig Klarheit über die agrarpolitische Weichenstellung.“ Stellvertretend für die gesamte Gartenbaubranche skizzierte die Präsidentin des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), Eva Kähler-Theuerkauf, die gemeinsamen Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht. Allen voran: Mindestlohn, Fachkräftemangel, hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und weit über die EU-Vorgaben hinausgehende nationale Regelungen, die die Existenzfähigkeit der deutschen Betriebe immer mehr bedrohen. Die Politik könne nicht erwarten, dass Gartenbaubetriebe viel Geld in alternative Energieträger investieren, ohne zu wissen, ob dies überhaupt wirtschaftlich tragbar für sie sei. Gleiches gelte für den Mindestlohn, dessen möglicherweise weiterer Anstieg von der Branche mit allergrößter Sorge betrachtet wird. Eine nochmalige Erhöhung des Mindestlohns könne, so Eva Kähler-Theuerkauf, in dem aktuell immer noch preissensiblen Marktumfeld auch durch höhere Verbraucherpreise nicht ausgeglichen werden. Die Landwirtschaft benötige unbedingt Ausnahmeregelungen. „Die Zukunft Deutschlands können doch nicht Importe sein“, sagte die ZVG-Präsidentin und forderte, den Druck auf die Politik mit sachlichen Argumenten hochzuhalten.
Ebenfalls von größter Wichtigkeit für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Obst- und Gemüseproduktion ist der Bereich Pflanzenschutz, wo sich aufgrund verschiedener Faktoren immer mehr Lücken auftun und sich die Handlungsräume für die Produktion immer mehr schließen. Viele Mittel und Wirkstoffe seien schon verloren gegangen, weitere in größter Gefahr, informierte Pflanzenschutzexperte Jochen Kreiselmaier vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz. Regeländerungen und LEH-Spezifikationen schränkten die Verfügbarkeit weiter ein. „Zusätzlich sind in der EU aufgrund hoher Zulassungshürden kaum neue Wirkstoffe in Sicht.“
Einen ausfühlichen Bericht über die BVEO-Gremientagung finden Sie demnächst im Fruchthandel Magazin.