Gefunden wurden die Pilze durch reinen Zufall. „Die Fruchtkörper des Pilzes erscheinen nicht unbedingt jedes Jahr zur gleichen Zeit, wir aber sind immer Ende August dort“, erklärte die ETH-Doktorandin Artemis Treindl. Die bisherigen höchsten bekannten Vorkommen liegen im Tessin und in Österreich auf 2.200 m über Meer. Nur in den Rocky Mountains wurde der Höhenrekord bisher übertroffen - dort wurde die Pilzart schon auf 3.500 m gefunden. Wie die Steinpilze in die unerwartete Höhenlage gelangten und wie sie den Wirtswechsel vollziehen konnten, sei noch unklar. Der Wind könnte Sporen von den nächsten Vorkommen getragen haben, oder es handelt sich um ein Relikt aus früheren Zeiten, als die Waldgrenze viel höher lag als heute. Das Forscherteam will die Unterengadiner Steinpilze weiter untersuchen, um u.a. zu klären, ob sie sich genetisch von den nächsten Pilzvorkommen unterhalb der Waldgrenze unterscheiden, wie eng die verschiedenen Populationen miteinander verwandt sind und ob sich das Erbgut der alpinen Steinpilze verglichen mit dem der waldbewohnenden verändert hat.