Aufgrund des Klimawandels stehen Bananenproduzenten vor großen Herausforderungen, um die Widerstandsfähigkeit ihrer Plantagen zu verbessern. Da Bananen keine Samen produzieren, können Bananenproduzenten keine konventionellen Pflanzenzüchtungsmethoden anwenden, um die Pflanze zu verbessern, teilt die KU Leuven.

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Image: KU Leuven/Michael De Lausnay

Bananensammlung der KU Leuven

Ein Forscherteam der KU Leuven hat eine neue Methode entwickelt, um Bananen genetisch zu verändern, ohne der Pflanze fremde DNA hinzuzufügen. Die Regulierung der CRISPR-Technologie zur Verbesserung von Kulturpflanzen wird derzeit vom Europäischen Rat geprüft und soll genehmigt werden. 

Bananen sind die wichtigste Obstpflanze weltweit und ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung von mehr als 400 Mio Menschen im globalen Süden. Da die Bananen, die wir konsumieren, keine Samen haben, müssen die Landwirte Bananenpflanzen durch Stecklinge oder Ableger vermehren, um Plantagen anzulegen. Das hat zur Folge, dass alle Pflanzen genetisch identisch sind. 

“Der hohe Grad an genetischer Einheitlichkeit bedeutet, dass alle unsere Bananen mehr oder weniger gleich aussehen und schmecken, aber der Nachteil ist, dass sie für die gleichen Krankheiten und Wetterbedingungen anfällig sind. Der Klimawandel stellt die Bananenproduzenten vor immer größere Herausforderungen, um ihre Plantagen zu schützen”, sagte Prof. für Pflanzenbiotechnik Hervé Vanderschuren. ”Wir müssen neue und innovative Wege entwickeln, um Bananenpflanzen vor den Herausforderungen von heute und morgen zu schützen. Deshalb haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, die DNA von Bananen so zu verändern, dass die strengen europäischen Vorschriften für gentechnisch veränderte Pflanzen eingehalten werden.”

Prüfung durch den Europäischen Rat

Die am KU Leuven Laboratory of Tropical Crop Improvement entwickelte Technik führt keine fremde DNA in die Banane ein. Dies ist das wichtigste Kriterium in der europäischen Gesetzgebung und der Hauptgrund dafür, dass die Vermarktung von gentechnisch veränderten Organismen noch nicht erlaubt ist. Die Methode wird dazu beitragen, das Potenzial der genetischen Innovation bei Bananen und anderen vegetativ vermehrten Pflanzen wie Kartoffeln und Maniok auszuschöpfen. 

”Unsere Technik basiert auf der CRISPR-Methode und verändert einen einzigen Buchstaben im genetischen Code. Wir fügen also keine fremde DNA hinzu. Die Mutation könnte auch auf natürliche Weise entstanden sein, so wie im Fall der Belgischen Blauen”, so Vanderschuren. ”Mehrere mit der CRISPR-Technologie verbesserte Pflanzensorten, darunter Mais, Kartoffeln und Tomaten, werden derzeit in Ländern außerhalb Europas vermarktet. Europa darf bei der Suche nach innovativen Wegen zur sicheren Verbesserung von Nutzpflanzen nicht zurückbleiben.“ 

2024 stimmte das Europäische Parlament positiv für die CRISPR-Technologie zur Verbesserung von Nutzpflanzen. Derzeit prüft der Europäische Rat, ob die CRISPR-Technologie bei Nutzpflanzen eingesetzt werden kann.